Haben Sie den Namen Münchhausen gehört?
Haben Sie die phantasievollen Jagdgeschichten über die fliegende Kugel, den Rothirsch mit dem Kirschbaum auf dem Kopf oder die witzige Methode Enten zu fangen gelesen?
Wenn nicht, dann können Sie das von der Gattin des Freiherren von Münchhausen Jakobine erfahren. Seit dem 32. Mai 2005 begrüßt Jakobine die Gäste im Münchhausenmuseum in Dunten, dem Traumland von Münchhausen - „Ulubele” in Lettland.
Das Münchhausenmuseum befindet sich in einer malerischen Landschaft ca. 50 Kilometer nördlich von Riga entfernt, in Richtung Tallin. Das Museum liegt direkt an der Autobahn Via Baltica. Das Gebäude wurde nach den alten Zeichnungen an der Stelle des ehemaligen Herrenhauses des Vaters von Jakobine des Freiherren von Dunten wieder aufgebaut. Es ist das erste Privatmuseum in Lettland nach der Wiederherstellung der Unabhängigkeit. Gehen wir rein.
Vielleicht ist das schönste und romantischste Zimmer im Museum das Boudoir von Jakobine. „Am 2. Januar 1744 hat sich der Kürassierleutnant Hieronym Karl Friedrich von Münchhausen mit der Tochter des Richters, des Freiherren von Dunten Jakobine trauen lassen”, steht im Kirchenbuch der Kirche von Pernigele, der heutigen Gemeinde Liepupe, geschrieben. Sechs von den sechsundvierzig Jahren der glücklichen Ehe, hat das Ehepaar in Dunten verbracht.
Hieronym Karl Friedrich von Münchhausen wurde im Jahre 1720 in der Familie des Freiherren Georg Otto von Münchhausen in Bodenwerder als viertes Kind geboren. Im Alter von 12 Jahren ist er als Edelknabe beim Hof des Prinzen Ulrich angestellt worden.
Als der Prinz ein paar Jahre später nach Russland ging, um dort ein Kürassierregiment zu führen, nahm er den ganz jungen Münchhausen mit. Der junge Münchhausen nahm 1739 am russisch-türkischen und nach einigen Jahren am russisch–schwedischen Krieg teil. In dieser Zeit hat er als junger Kürassierer während eines Festes in Riga den Freiheren von Dunten kennen gelernt und später seine Tochter geheiratet.
Man sagt: Münchhausen sei gar nicht gewesen. Es ist bloße Phantasie. Münchhausen sei ein Lügner gewesen. Weder das Eine, noch das Andere. In Dunten könnt ihr euch davon überzeugen, dass Münchhausen eine historische Persönlichkeit gewesen ist und seine humorvollen, heiteren, witzigen Geschichten keine Lüge sind, weil sie nicht böse gemeint sind, sondern das Leben der Zuhörer interessanter machen.